Cyborgs- Leben jenseits „natürlicher“ Beschränkungen? Veranstaltung des Hygiene Museums

„CYBORGS

LEBEN JENSEITS „NATÜRLICHER“ BESCHRÄNKUNGEN?

 

 

Voraufführung des Films Maschinenmenschen – wenn Technik unter die Haut geht

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation  mit der Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft, die den Film im Auftrag von MDR und SWR produziert hat.

 

mit:                              Luisa Wawrzinek, Regisseurin des Films

Hika Kiekenupp, Protagonistin und Piercerin, die aus Menschen Cyborgs „macht“

Prof. Dr. Bertolt Meyer, Arbeits- und Organisationspsychologe an der TU Chemnitz, der sich als Träger einer bionischen Armprothese mit Fragestellungen rund um Mensch-Maschine-Schnittstellen und die Zukunft des menschlichen Körpers beschäftigt

Dr. Dierk Spreen, Soziologe, Universität Paderborn, publizierte zum Thema, zuletzt „Upgradekultur. Der Körper in der Enhancement-Gesellschaft“ (2015)

Moderation:                Alexander Krützfeld, Journalist und Buchautor, u. a. von „Wir sind Cyborgs. Wie uns Technik unter die Haut geht“ (2015)

 

wann:                          26. Januar, Donnerstag, 19 Uhr

wo:                              Deutsches Hygiene-Museum

Eintritt:                        Eintritt frei

 

Menschen, die sich als Cyborgs bezeichnen, verbinden ihren Körper mit technischen Elementen, etwa indem sie sich Magnete in ihre Fingerkuppen oder Chips unter die Haut setzen lassen, um ihre Fähigkeiten zu steigern und ihre Sinne zu erweitern. Wenn man sich mit solchen Lebensentwürfen auseinandersetzen möchte, verbietet sich die einfache Gegenüberstellung von natürlichen „normalen“ Körpern, und „unnatürlich“ aufgerüsteten Technokörpern. Denn die Frage nach der Körpernorm wird von solchen hybriden Wesen auf ganz neue Weise gestellt. Der individuelle Wunsch nach einer Überschreitung natürlicher Begrenztheiten entsteht vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umstände: Welche wissenschaftlichen, ökonomischen oder politischen Kräfte lassen das Bedürfnis nach Selbsttransformation aufkommen? Werden solche technischen Erweiterungen unserer Möglichkeiten irgendwann zum Standard, der uns alle zu einer Generalüberholung zwingt? Welche Gefahren stecken in diesen neuen Ressourcen und wer kann mit welchem Recht über sie verfügen? Und schließlich: Wenn es die Freiheit zur Selbstverbesserung durch Technik gibt – gibt es dann auch eine Grenze? Wenn ja, wo wäre diese zu ziehen?

In der Voraufführung des Films, der am 30. Januar in der ARD zu sehen ist, werden einige dieser Cyborgs in ihrem Alltag begleitet und nach ihren Motiven befragt. Einer von ihnen ist der Künstler Neil Harbisson, der von der britischen Passbehörde als Cyborg anerkannt wurde. Er ist farbenblind und kann die Welt nur in Grautönen wahrnehmen. Durch den „Eyeborg“, eine Antenne in seinem Kopf, kann er Farben jedoch hören. Ein Sensor scannt die Farben in seinem Sichtfeld, ein Chip in seinem Kopf wandelt sie in Töne um. So hat jede Farbe in Harbissons Ohren ihren ganz individuellen Klang. Und er kann damit nicht nur die für uns sichtbare Farbpalette hören, sondern auch Ultraviolett und Infrarot. „